Bei der Navigation gibt es zwei verbreitete Arten, Geld und Gewicht auszugeben, ohne etwas zu gewinnen: ein zweites elektronisches Gerät — und ein teureres.
Das zweite elektronische Gerät
Warum es mitkommt: als Rückfallebene, falls das erste ausfällt.
Warum das nicht aufgeht: Weil beide Geräte an denselben drei Dingen hängen.
- An denselben Satelliten. Fällt der Empfang aus — Schlucht, dichter Wald, Störung —, fällt er für beide aus.
- An derselben Umgebung. Die Fehler, die draußen dominieren, entstehen in den letzten Metern vor der Antenne. Sie sind aus den Betreiberzusagen ausdrücklich ausgenommen und treffen jedes Gerät gleich, wie Wald, Schlucht, Fels zeigt.
- An derselben Energiequelle. Zwei Geräte an einer Powerbank sind zwei Verbraucher, keine zwei Reserven. Was das für die Wattstundenrechnung bedeutet, steht im Themenbereich Energie & Licht unter Energiebedarf berechnen.
Ein zweites Gerät sichert damit genau einen Fall ab: den Hardwaredefekt oder den Sturz ins Wasser. Das ist ein realer, aber seltener Fall — und er lässt sich mit deutlich weniger Gewicht abdecken.
Die teurere Genauigkeit
Warum sie gekauft wird: weil auf der Verpackung eine kleinere Meterzahl steht.
Warum das nicht aufgeht: Weil die Meterzahl auf der Verpackung eine andere Frage beantwortet als die, die man stellt. Die Systembetreiber sagen für GPS am durchschnittlichen Ort 8 Meter horizontal zu, für Galileo 5, für BeiDou 9 — jeweils im 95-Prozent-Perzentil und jeweils unter Ausschluss von Mehrwegeausbreitung, Empfängerrauschen, Antenneneffekten und Bedienfehlern.
Die 3 Meter, mit denen geworben wird, sind eine Beobachtung unter guten Bedingungen. Unter schlechten Bedingungen bringt ein teureres Gerät wenig, weil die Bedingungen für alle gleich sind. Der Vergleich steht in Was GPS zusagt und in GPS, Galileo, BeiDou.
Wo Mehrpreis tatsächlich etwas bringt: bei der Bedienbarkeit mit Handschuhen, bei der Akkulaufzeit, bei der Robustheit und beim Mehrsystemempfang in engem Gelände. Das sind Eigenschaften, keine Meterzahlen.
Der Satellitenkommunikator
Hier ist die Antwort differenzierter — deshalb steht er hier nicht auf der Nein-Liste, sondern mit einer Bedingung.
Er ist kein Navigationszubehör. Als Navigationsgerät ist er den Alternativen unterlegen: kleiner Bildschirm, umständliche Bedienung, hoher Preis.
Er ist Sicherheitsausrüstung für Gelände ohne Mobilfunk. In dieser Rolle kann er das Richtige sein — für Touren abseits jeder Netzabdeckung, allein unterwegs, mehrere Tage. Was in Deutschland beim Notruf gilt und warum ohne Mobilfunkkarte gar nichts geht, steht im Themenbereich Sicherheit unter Notruf ohne Netz.
Was stattdessen mitgehört
Zwei Dinge, die zusammen weniger wiegen als jedes Reservegerät:
Die Karte des Gebiets auf Papier. Sie braucht keinen Strom, keinen Empfang und kein Update. Sie ist die einzige Ebene, die unabhängig von allem anderen funktioniert — vorausgesetzt, man kann sie lesen. Die Handgriffe stehen im Themenbereich Technik & Skills: das Einnorden, das Bestimmen des Standorts und das Halten einer Richtung im Nebel.
Ein Ersatzkabel. Kabel brechen an der Zugentlastung, und ein Gerät ohne Ladekabel ist nach zwei Tagen ein Gewicht. Es wiegt wenige Gramm — mehr dazu im Themenbereich Energie & Licht unter Was du nicht brauchst.
Die Reihenfolge, die Gewicht spart
- Ein Gerät, das du bedienen kannst — meist das Handy.
- Karten offline, vor der Abfahrt im Flugmodus getestet; wie das geht, steht in Offline-Karten.
- Karte und Kompass als Rückfallebene ohne Strom.
- Energie ausgerechnet statt geschätzt — mit dem Wh-Bedarfsrechner.
Alles Weitere ist Komfort. Der Themenbereich Navigation & Geräte erklärt, warum die Genauigkeitszahlen auf Verpackungen nicht die Größe sind, an der man das festmachen sollte.