Akkus in der Kälte: die Grenze, ab der du nicht mehr laden darfst
Entladen bis −40 °C, Laden erst ab 0 °C: Die Herstellerangaben sind eindeutig, die kursierenden Prozentzahlen zum Kapazitätsverlust sind es nicht.
Wie viel Strom eine Tour wirklich braucht, welche Powerbank dafür reicht und was die Zahlen auf Stirnlampenverpackungen bedeuten — mit Fundstelle je Wert.
Vier Tage unterwegs, ein Handy, eine Stirnlampe, vielleicht eine Uhr. Die Frage davor ist immer dieselbe: Welche Powerbank nehme ich mit? Und die Antwort, die man überall findet, ist eine Zahl mit vier Nullen, die für sich genommen nichts aussagt.
Denn die Milliamperestunden auf der Verpackung sind keine Energiemenge. Sie sind eine Ladungsmenge — und eine Ladungsmenge lässt sich nur vergleichen, wenn die Spannung dabeisteht. Tut sie nicht. Deshalb geht dieser Themenbereich den Umweg über die Wattstunde, und deshalb rechnet der Wh-Bedarfsrechner in Wattstunden statt in Milliamperestunden.
Weil sich zwischen Zelle und Kabel die Spannung ändert. Die Zellen im Inneren arbeiten bei einer Nennspannung von 3,6 Volt — so steht es im Datenblatt jeder handelsüblichen Lithium-Ionen-Rundzelle. Der USB-Ausgang gibt mindestens 5 Volt ab.
Die gespeicherte Energie bleibt dabei gleich, die Ladungsmenge nicht:
Fundstelle: Nennspannung nach Product Data Sheet INR-21700-P42A, molicel.com; Umrechnung Wh = Ah × V
Damit ist schon vor jedem Verlust rund ein Viertel der Zahl verschwunden, die auf der Packung steht — allein durch die Bezugsspannung. Was danach im Wandler und in der Laderegelung des Zielgeräts noch verloren geht, ist eine eigene Frage: Für diesen Weg gibt es keine Norm, und darum steht in Milliamperestunden oder Wattstunden eine Spanne statt einer Zahl.
Fünf Fragen, in dieser Reihenfolge:
Erstens die Wattstunde. Sie ist die einzige Größe, in der sich ein Handyakku, eine Stirnlampe und eine Powerbank addieren lassen. Sie steht bei Mobiltelefonen und Kameras auf dem Akku selbst, weil der Luftverkehr sie verlangt — und das ist der praktische Grund, warum man sie überhaupt findet.
Zweitens die Grenze von 100 Wattstunden. Bis dahin darf ein Lithium-Ionen-Akku ohne Genehmigung ins Handgepäck; darüber und bis 160 Wh nur mit Zustimmung des Luftfahrtunternehmens. Seit dem 27. März 2026 kommen weitere Auflagen hinzu, die die meisten noch nicht kennen — nachzulesen in Powerbank im Flugzeug.
Drittens die Leuchtdauer. Sie ist die einzige Angabe auf einer Lampenverpackung, die etwas über das Durchhalten sagt — und die am häufigsten missverstandene. Warum eine Lampe „100 Stunden“ tragen kann und nach vier Stunden trotzdem nicht mehr zum Gehen taugt, steht in Leuchtdauer.
Für Lampen gibt es eine Prüfnorm: ANSI/PLATO FL 1-2025, den Flashlight Basic Performance Standard. Sie legt fest, wie 6 Merkmale gemessen und angegeben werden, darunter Lichtstrom, Leuchtweite und Leuchtdauer. Ihr Geltungsbereich nennt ausdrücklich auch Stirnlampen.
Zwei Dinge sind daran wichtig. Erstens: Die Norm schreibt nur vor, wie gemessen wird, nicht wie gut eine Lampe sein muss. Eine Angabe „nach ANSI FL1“ ist eine Aussage über das Messverfahren, keine über die Qualität. Zweitens: Die Fassung, die auf vielen Verpackungen steht, ist von 2019 — die aktuelle ist von 2025 und regelt zusätzlich, wie kurzzeitig erhöhte Helligkeit anzugeben ist, also der Turbo-Modus. Was das ändert, steht in Was ANSI FL1 regelt.
Das Gewicht der Elektronik gehört ins Basisgewicht und wird dort mitgezählt — Basisgewicht erklärt, was hineinzählt und was nicht. Die Kälte, unter der Akkus schwächeln, steht im Themenbereich Winter draußen; hier steht nur der Teil, für den es eine Herstellerangabe gibt.
Und die wichtigste Grenze: Strom ist keine Rückfallebene. Wenn das Gerät ausfällt, führt Karte und Kompass weiter — die Handgriffe dazu stehen in Technik & Skills, was die Geräte selbst leisten, in Navigation & Geräte.
Entladen bis −40 °C, Laden erst ab 0 °C: Die Herstellerangaben sind eindeutig, die kursierenden Prozentzahlen zum Kapazitätsverlust sind es nicht.
Zwei Reserven, die fast jeder mitnimmt und die nichts absichern — plus die Fälle, in denen eine Reserve tatsächlich Sinn ergibt.
Ohne erfundene Verbrauchstabelle: aus Akkugröße und Zahl der Ladungen wird der Bedarf in Wattstunden — und daraus die nötige Powerbank.
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Die Prüfnorm hinter Lumen, Leuchtweite und Leuchtdauer heißt seit 2025 ANSI/PLATO FL 1-2025. Sie regelt das Messen, nicht die Qualität.