Wenn die Wattstundenzahl feststeht, sieht die Auswahl einfach aus: das Modell nehmen, das mindestens so viel speichert. In der Praxis kommen zwei Größen dazu, die im Regal nicht nebeneinanderstehen — das Gewicht und die Grenze, ab der ein Akku im Flugzeug zum Thema wird.

Wie man auf die Wattstundenzahl kommt, steht in Energiebedarf berechnen; hier geht es um alles danach.

Was Energie mindestens wiegt

Das entscheidet die Zellchemie, nicht der Hersteller. Das Datenblatt der hier zugrunde gelegten Lithium-Ionen-Rundzelle nennt eine gravimetrische Energiedichte von 230 Wattstunden je Kilogramm. Das ist die Untergrenze für die Zellen allein; Gehäuse, Platine, Buchsen und Anzeige kommen darauf.

Untergrenze der Masse, aus der Energiedichte gerechnet
36 Wh (Aufdruck 10 000 mAh)
rund 241 g davon 157 g reine Zellmasse
79 Wh (Beispiel aus der Bedarfsrechnung)
rund 528 g reicht für vier Tage mit Handy und Stirnlampe
100 Wh (die Grenze im Handgepäck)
rund 669 g mehr geht im Flugzeug nur mit Genehmigung

Fundstelle: Energiedichte 230 Wh/kg nach Product Data Sheet INR-21700-P42A, molicel.com; Gehäuseanteil 35 % als Annahme

Warum eine große Powerbank leichter ist als zwei kleine

Weil sich der feste Anteil nicht teilen lässt. Jede Powerbank bringt ein Gehäuse, eine Platine, mindestens eine Buchse und eine Ladestandsanzeige mit — und all das kommt bei zwei Geräten doppelt mit, während die Zellmasse gleich bleibt.

Rechnerisch: Zwei Powerbanks mit je 40 Wh wiegen zusammen rund 535 g, eine mit 80 Wh rund 535 g. Der Unterschied ist in dieser Modellrechnung klein, weil der Gehäuseanteil als fester Prozentsatz angesetzt ist; in Wirklichkeit fällt er zugunsten der großen Einheit deutlicher aus, weil kleine Powerbanks anteilig mehr Gehäuse brauchen.

Das ist zugleich das Hauptargument gegen die Reserve-Powerbank, die man „für alle Fälle“ einsteckt — ausführlich in Was du nicht brauchst.

Was am Gerät sonst noch zählt

Vier Dinge, die keine Kapazitätsangabe abdeckt:

  • Die Ladeleistung in beide Richtungen. Eine Powerbank, die selbst nur mit 5 Watt lädt, hängt einen halben Tag an der Steckdose. Wer unterwegs einmal an einer Hüttensteckdose nachlädt, braucht die höhere Zahl.
  • Ob sie Durchladen kann. Manche Modelle laden das angeschlossene Gerät weiter, während sie selbst geladen werden — praktisch, wenn es abends nur eine Steckdose gibt.
  • Ob sie sich bei kleinem Strom abschaltet. Viele Powerbanks beenden die Abgabe, wenn zu wenig fließt. Eine Stirnlampe oder eine Uhr kann dadurch mitten in der Nacht ungeladen bleiben.
  • Ob der Anschluss zum Rest passt. Bei Navigationsgeräten ist USB-C seit Ende 2024 vorgeschrieben, bei Powerbanks und Stirnlampen nicht — warum diese Lücke besteht, steht in Die USB-C-Pflicht.

Was zwischen zwei Touren passiert

Sie wird leerer, ohne dass jemand etwas ansteckt. Zwei Posten wirken dabei zusammen: die Selbstentladung der Zellen, die bei Lithium-Ionen-Akkus gering ist und mit der Temperatur steigt, und die eigene Elektronik der Powerbank — Ladestandsanzeige und Wandler brauchen selbst Strom.

Praktisch heißt das: Eine Powerbank, die im Frühjahr voll weggelegt wurde, ist im Herbst selten noch voll. Wer sie kühl und teilgeladen lagert statt warm und voll, verliert weniger und schont die Zellen zugleich. Und vor jeder Tour wird nachgeladen, unabhängig davon, wie sie beim Weglegen aussah — mehr dazu im Glossareintrag Selbstentladung.

Die Grenze, die keine technische ist

Über 100 Wattstunden wird es im Flugverkehr genehmigungspflichtig. Das trifft in der Praxis genau die Größenklasse, die für lange Touren attraktiv ist:

Wo eine Powerbank im Luftverkehr landet
80 Wh (Aufdruck rund 22 000 mAh)
ohne Genehmigung Bis 100 Wh ohne Genehmigung im Handgepäck zulässig.
110 Wh (Aufdruck rund 30 000 mAh)
genehmigungspflichtig Über 100 Wh und bis 160 Wh nur mit Genehmigung des Luftfahrtunternehmens, höchstens 2 Stück je Person.
180 Wh (Aufdruck rund 50 000 mAh)
nicht zulässig Über 160 Wh ist die Beförderung durch Reisende nicht zulässig.

Fundstelle: ICAO Doc 9284-AN/905, Technical Instructions, Ausgabe 2025–2026, Addendum Nr. 1 vom 27.03.2026

Wer nie fliegt, kann diese Grenze ignorieren. Wer zum Startpunkt fliegt, sollte sie vor dem Kauf kennen — samt der Auflagen, die seit dem 27. März 2026 unabhängig von der Größe gelten. Sie stehen in Powerbank im Flugzeug.

Die Reihenfolge, in der man entscheidet

  1. Bedarf in Wattstunden ausrechnen — mit dem Wh-Bedarfsrechner oder von Hand.
  2. Wirkungsgrad an der unteren Kante ansetzen, wenn keine Steckdose in Reichweite ist. Das ersetzt jeden pauschalen Sicherheitsaufschlag.
  3. Auf die Wh-Angabe des Modells schauen, nicht auf die mAh-Zahl auf der Vorderseite — der Unterschied steht in Milliamperestunden oder Wattstunden.
  4. Gewicht gegen Kapazität abwägen und ins Basisgewicht eintragen.
  5. Fluggrenze prüfen, falls die Anreise über den Flughafen geht.

Der Rest des Themenbereichs Energie & Licht beschäftigt sich mit dem, was danach kommt: Kälte, Solar und Licht.