Es gibt einen Punkt, an dem Vorsorge in Gewicht umschlägt, ohne dass die Sicherheit steigt. Bei Energie und Licht liegt er bei der zweiten Powerbank und der dritten Lampe — zwei Dingen, die fast jeder einpackt und die fast niemand braucht.

Die zweite Powerbank

Warum sie mitkommt: als Reserve, falls die erste ausfällt oder nicht reicht.

Warum das nicht aufgeht: Beide Fälle löst eine ausreichend große Powerbank besser. Wenn die Kapazität nicht reicht, war die Rechnung falsch — und zwei zu kleine Powerbanks ergeben zusammen dieselbe zu kleine Zahl. Wenn das Gerät ausfällt, ist das ein seltener Fall, den man mit doppeltem Gewicht erkauft.

Und das Gewicht ist der Punkt:

Zwei kleine gegen eine große Powerbank, gleiche Gesamtenergie
Zwei Powerbanks mit je 40 Wh
rund 535 g zwei Gehäuse, zwei Platinen, zwei Buchsensätze
Eine Powerbank mit 80 Wh
rund 535 g dieselbe Energie, ein Gehäuse

Fundstelle: Eigene Rechnung mit der Energiedichte aus dem Zelldatenblatt und einem angenommenen Gehäuseanteil von 35 Prozent; der Anteil ist nicht belegbar und liegt bei kleinen Geräten anteilig höher

Die Modellrechnung setzt den Gehäuseanteil als festen Prozentsatz an und unterschätzt den Unterschied damit eher, als dass sie ihn übertreibt: Kleine Powerbanks brauchen anteilig mehr Gehäuse als große. Wie die Rechnung funktioniert, steht in Powerbank auswählen.

Wann eine zweite doch sinnvoll ist: wenn zwei Personen unabhängig voneinander laden wollen. Das ist dann aber keine Reserve, sondern zweimal Bedarf.

Die dritte Lichtquelle

Warum sie mitkommt: Stirnlampe, Handy als Notlicht — und dann noch eine kleine Taschenlampe oder eine Laterne fürs Zelt.

Warum das nicht aufgeht: Die zweite Lichtquelle ist die Rückfallebene, die dritte sichert nichts zusätzlich ab. Ein Handy hat ohnehin eine Leuchte und ist immer dabei; damit ist der Ausfall der Stirnlampe bereits abgedeckt. Und die Zeltlaterne ersetzt nichts, was die Stirnlampe nicht auch kann — sie macht es nur angenehmer.

Was stattdessen wirkt: ein Ersatzakku für die Stirnlampe, warm am Körper getragen. Bei Kälte ist das die einzige Reserve, die wirklich hilft, weil sich ein kalter Akku unterhalb von null Grad nicht laden lässt — begründet in Akkus in der Kälte. Er wiegt einen Bruchteil einer zweiten Lampe.

Der Solarhalter am Rucksack, wenn es kein Sommer ist

Warum er mitkommt: Unabhängigkeit von Steckdosen.

Warum das im Winterhalbjahr nicht aufgeht: Über Deutschland liefert ein Faltmodul mit 10 Watt Nennleistung im Dezember rechnerisch rund 3 Wattstunden am Tag — und das unter Annahmen, die eher zu günstig als zu ungünstig sind. Im Juni sind es 33 Wattstunden. Der Unterschied ist Faktor zehn, und im Wald kommt noch der Schatten dazu. Die Rechnung samt Datenquelle steht in Solarmodul unterwegs.

Wann er trotzdem Sinn ergibt: lange Touren im Sommerhalbjahr, offenes Gelände, keine Steckdose in Reichweite. Als Ergänzung zu einer kleineren Powerbank, nicht als Ersatz für sie.

Was du stattdessen dabeihaben solltest

Drei Dinge, die wenig wiegen und echte Ausfälle abfangen:

  • Ein Ersatzkabel. Kabel brechen an der Zugentlastung, und ohne Kabel ist die beste Powerbank ein Gewicht. Es wiegt wenige Gramm.
  • Ein Ersatzakku für die Lampe, wenn sie einen Wechselakku hat — die Begründung steht oben und in Stirnlampe auswählen.
  • Karte und Kompass. Nicht als Energiereserve, sondern weil sie die einzige Rückfallebene sind, die ohne Strom auskommt. Die Handgriffe dazu stehen im Themenbereich Technik & Skills.

Die Rechnung, die all das ersetzt

Wer den Bedarf einmal in Wattstunden ausrechnet, braucht die Reserven nicht zu erraten. Der Wh-Bedarfsrechner macht dabei den Wandlungsverlust sichtbar, statt ihn hinter einem pauschalen Aufschlag zu verstecken — und wer den Wirkungsgrad an der unteren Kante ansetzt, hat die Reserve bereits eingebaut. Der Weg dahin steht in Energiebedarf berechnen, und der ganze Themenbereich Energie & Licht ist um diese Rechnung herum gebaut.