„Karte heruntergeladen“ ist eine beruhigende Meldung. Sie sagt nur weniger, als die meisten annehmen — und was sie nicht sagt, merkt man im Funkloch.

Was „offline“ nicht automatisch einschließt

Die Kartenansicht ist der eine Teil einer Navigationsanwendung. Alles andere kann weiterhin am Netz hängen:

  • Die Suche. Ortsnamen, Hütten und Adressen werden oft serverseitig aufgelöst.
  • Die Routenberechnung. Viele Anwendungen berechnen Routen auf dem Server; offline bleibt dann nur die Anzeige einer bereits berechneten Route.
  • Höhenprofile. Sie stammen aus einem Geländemodell, das nicht zwangsläufig mit den Kartenkacheln mitgeladen wird.
  • Nachträgliche Änderungen. Eine unterwegs abgewandelte Route neu zu berechnen ist genau der Fall, in dem man das Netz braucht — und meist der Grund, warum man es nicht hat.

Kacheln oder Vektoren

Zwei grundsätzlich verschiedene Arten, eine Karte auf dem Gerät abzulegen.

Gerasterte Karten sind Bilder: Für jede Zoomstufe liegt ein eigener Satz Kacheln vor. Das bildet eine amtliche Karte originalgetreu ab — mit ihrer Beschriftung, ihren Signaturen und ihrem gestalterischen Aufbau. Der Preis sind Speicherplatz und eine feste Zahl von Stufen: Wer eine Stufe nicht heruntergeladen hat, sieht dort nichts oder nur eine unscharfe Vergrößerung.

Vektorkarten enthalten die Geometrien selbst — Linien, Flächen, Punkte mit Eigenschaften. Sie brauchen weniger Platz, lassen sich stufenlos vergrößern und können ihre Darstellung ändern (Tag- und Nachtansicht, Radfahren gegen Wandern). Dafür sehen sie nie genau aus wie die gedruckte Karte, und die Beschriftung wird auf dem Gerät gesetzt statt vom Kartografen.

Für die Praxis: Vektor für die Navigation, Raster für die Übersicht. Wer die amtliche topografische Karte gewohnt ist, findet sich auf ihr am schnellsten zurecht — was beim Kartenlesen zählt, steht im Themenbereich Technik & Skills unter Karte lesen.

Welcher Kartengrundstoff darunter liegt

Der Unterschied ist inhaltlich, nicht technisch.

Gemeinschaftlich erhobene Geodaten werden von Freiwilligen gepflegt. Bei Wanderwegen, Wegmarkierungen, Hütten, Brunnen und Sperrungen sind sie oft erstaunlich aktuell — und in wenig begangenen Gebieten oft lückenhaft. Ihre Qualität ist regional sehr verschieden, weil sie davon abhängt, wer sich dort kümmert.

Amtliche topografische Karten der Landesvermessungen sind einheitlich erhoben und in ihrer Geländedarstellung, den Höhenlinien und den Grenzen verbindlich. Dafür stehen neu markierte Wege manchmal jahrelang nicht drin.

Beides zusammen ist die verlässlichste Kombination — und beides zusammen ist auch das, was viele Anwendungen als Ebenen übereinanderlegen. Wer sich für eine Grundlage entscheiden muss, entscheidet nach der Frage: Brauche ich das Gelände oder die Wege?

Was eine GPX-Datei ist und warum sie zuverlässig ist

Ein Austauschformat für Wegpunkte, Routen und Tracks. Ihr großer Vorteil im Alltag: Sie legt das Bezugssystem fest — die Koordinaten stehen in WGS 84. Damit entfällt genau der Fehler, der beim Abtippen von Zahlen entsteht und in Kartendatum beschrieben ist.

Drei Begriffe, die in derselben Datei stehen können und Verschiedenes meinen:

  • Wegpunkt — ein einzelner Punkt mit Koordinate und Namen.
  • Route — eine geplante Folge von Punkten, zwischen denen das Gerät den Weg selbst sucht.
  • Track — eine aufgezeichnete oder geplante Linie mit vielen Stützpunkten, die genau so nachgegangen wird.

Für die Navigation im Gelände ist ein Track meist die bessere Wahl, weil nichts neu berechnet wird. Warum ein aufgezeichneter Track systematisch länger ist als der Weg, den er beschreibt, steht in Warum der Track länger wird — und warum man die Gehzeit besser aus den geplanten Werten als aus einer Aufzeichnung berechnet, zeigt der Tourenzeit-Rechner.

Was bleibt, wenn das Gerät ausfällt

Eine Papierkarte, die keinen Strom braucht. Das ist kein romantischer Nachsatz, sondern die einzige Ebene, die vom Ladezustand unabhängig ist — und sie wirkt nur, wenn man mit ihr umgehen kann. Die Handgriffe stehen im Themenbereich Technik & Skills: das Einnorden, das Bestimmen des Standorts und das Halten einer Richtung.

Der Themenbereich Navigation & Geräte behandelt die Geräteseite; ob Handy oder Handgerät die bessere Wahl ist, steht in Handy oder Handgerät.