Eine topografische Karte ist ein komprimiertes Bild des Geländes. Wer die drei Codes kennt — Maßstab, Höhenlinien, Zeichen —, sieht beim Blick auf die Karte den Hang, den Bach und den Steilabbruch, bevor er dort ist.

Dieser Artikel gehört zum Themenbereich Technik & Skills. Wie man die Karte zum Gelände ausrichtet, steht in Karte einnorden; was die Zahlen am Kartenrand bedeuten, in Koordinaten lesen: geografisch und UTM.

Der Maßstab

Der Maßstab ist ein Verkleinerungsfaktor. 1:25 000 heißt: Jede Strecke in der Wirklichkeit ist auf der Karte 25 000-mal kürzer.

Die gängigen Wanderkarten-Maßstäbe
1:25 000
1 cm = 250 m 4 cm je Kilometer. Standard für Wandern, viel Detail, kleiner Kartenausschnitt
1:50 000
1 cm = 500 m 2 cm je Kilometer. Übersicht für längere Touren, weniger Detail
1:100 000
1 cm = 1 km Planungsmaßstab, für die Navigation im Gelände zu grob

Fundstelle: Maßstabsdefinition; Kartenreihen der Landesvermessung

Praktisch: Auf der 1:25 000 ist das UTM-Kilometergitter 4 cm weit, auf der 1:50 000 nur 2 cm. Ein Daumen quer über die Karte sind grob 2 cm — auf der 1:25 000 also ein halber Kilometer.

Höhenlinien

Eine Höhenlinie verbindet alle Punkte gleicher Höhe. Der Höhenunterschied zwischen zwei benachbarten Linien heißt Äquidistanz und steht in der Legende — auf deutschen Karten 1:25 000 meist 10 m, auf der 1:50 000 20 m. Jede fünfte Linie ist dicker gezeichnet (die Zähllinie) und trägt eine Höhenzahl.

Was man aus dem Linienbild liest:

  • Abstand = Steilheit. Enge Linien: steil. Weite Linien: flach. Linien, die zusammenlaufen und abbrechen: Felswand.
  • Form = Geländeform. Zeigt die Ausbuchtung einer Linie talwärts (bergab), ist es ein Rücken oder Sporn. Zeigt sie bergwärts (bergauf), ist es eine Mulde, oft mit einem Bach darin (die „V-Regel”: Das V der Höhenlinie zeigt bachaufwärts).
  • Ringe. Geschlossene Linien um einen Punkt: eine Kuppe. Geschlossene Linien mit Querstrichen nach innen: eine Senke.

Kartenzeichen

Die Legende steht am Kartenrand; wenige Zeichen muss man auswendig kennen, weil sie über die Route entscheiden:

Zeichen, die im Gelände zählen (amtliche Karten)
WasTypische Darstellung
Wanderweg / Pfadgestrichelte oder gepunktete Linie, oft farbig markiert
Fahrweg / Forststraßedoppelte Linie, teils gefüllt
Steilkante, Felsengezackte oder schraffierte Signatur
Quelle / Brunnenblauer Punkt oder Ring — wichtig für die Wasserplanung
Schutzhütte / Unterstandschwarzes Quadrat oder Häuschen-Signatur
Sumpf / nasser Grundwaagerechte blaue Striche

Wasserstellen auf der Karte sind eine Planungshilfe, keine Garantie — Quellen versiegen. Wie viel Wasser man zwischen zwei Stellen tragen muss, steht in Wie viel Wasser du zwischen zwei Quellen trägst.

Der Kartenrand

Neben Maßstab und Legende steht dort:

  • das UTM-Gitter mit Zonennummer und Kilometerbeschriftung,
  • der Nordpfeil mit den drei Nordrichtungen und der Missweisung samt Bezugsjahr — bei einer älteren Karte ist dieser Wert veraltet, siehe Missweisung,
  • das Bezugssystem (auf aktuellen deutschen Karten ETRS89/UTM),
  • das Erscheinungs- oder Berichtigungsjahr — je älter, desto mehr Wege, Waldränder und Lifte stimmen nicht mehr.

Die Gehzeit für die geplante Route rechnet der Tourenzeit-Rechner aus der abgemessenen Strecke und den Höhenmetern, die man an den Zähllinien abliest.