Dieser Themenbereich handelt von Können, nicht von Ausrüstung — und trotzdem gibt es einen Markt für Dinge, die das Können ersetzen sollen. Die meisten davon braucht man nicht.

Er gehört zum Themenbereich Technik & Skills. Die Handgriffe, um die es geht, stehen in Karte einnorden und Eine Richtung peilen und ihr folgen.

Der teure Kompass

Ein Wanderkompass muss drei Dinge haben: eine flüssigkeitsgedämpfte Nadel, eine drehbare Dose mit Gradteilung und eine Anlegekante mit Visierlinie. Das kostet wenig. Was teurere Modelle dazu bieten:

  • Spiegel und Kimme — für die Peilung auf weit entfernte Punkte, relevant in der Vermessung und im hochalpinen Gelände, beim Wandern selten.
  • Klinometer (Neigungsmesser) — für die Lawinenkunde. Wer Lawinengelände betritt, braucht Ausbildung, nicht nur das Instrument.
  • Global ausbalancierte Nadel — nützlich, wenn man denselben Kompass auf der Südhalbkugel benutzt.

Das GPS-Gerät als Kartenersatz

Ein GPS-Gerät oder eine Uhr mit Karten-App ist ein gutes Werkzeug — aber ein zweites, kein erstes. Die Gründe stehen in Orientierung ohne Kompass nur am Rand, hier ausführlich:

  • Akku. Kälte halbiert die Laufzeit. Ein Display, das um 14 Uhr aus ist, hilft um 16 Uhr im Nebel nicht.
  • Sturz. Ein gesprungenes Display oder ein verlorenes Gerät nimmt die gesamte Navigation mit, wenn es keine Papierkarte gibt.
  • Bedienung unter Stress. Wer die Karte nie gebraucht hat, findet sich in der App bei schlechtem Wetter und Zeitdruck schlecht zurecht.

Die Karte wiegt 50 Gramm, braucht keinen Strom und geht nicht kaputt. Sie ist die Rückfallebene, nicht das Gerät.

Die Survival-Gadgets

Kreditkarten-Multitool, Signalspiegel-Set, Paracord-Armband, Feuerstahl mit „Kompass” im Griff: Das meiste davon löst Probleme, die auf einer Tages- oder Wochenendtour nicht auftreten. Und der eingebaute Kompass ist doppelt untauglich — zu klein zum genauen Ablesen und meist direkt neben einem Stahlteil, das ihn verzieht.

Was tatsächlich in den Rucksack gehört — Erste-Hilfe-Material, Stirnlampe, Wetterschutz, genug Wasser — steht in den jeweiligen Themenbereichen, nicht in einem Gadget-Set.

Das Fünfzig-Knoten-Buch

Fünf Knoten reichen fürs Lager, und sie stehen in Fünf Knoten, die draußen wirklich vorkommen. Mehr zu können schadet nicht, nützt unterwegs aber auch nichts. Für sicherungsrelevante Knoten — Klettern, Klettersteig, Abseilen — ersetzt kein Buch und kein Video die Ausbildung mit einem Partner und geprüftem Material.

Was stattdessen hilft

Übung. Die Handgriffe einmal bei gutem Wetter auf bekanntem Gelände durchspielen: Karte einnorden, einen Standort per Kreuzpeilung bestimmen, einer Peilung 500 Meter durch den Wald folgen, die Wolken über eine Stunde beobachten. Das kostet einen Nachmittag und wirkt mehr als jede Anschaffung. Die Tour dazu plant man mit der Tourenplanung und dem Tourenzeit-Rechner.