Man braucht draußen weniger Knoten, als die Bushcraft-Videos nahelegen — aber die wenigen sollten sitzen, auch mit kalten Fingern im Dunkeln. Dieser Artikel beschränkt sich auf fünf.

Er gehört zum Themenbereich Technik & Skills. Wofür man die abgespannte Leine dann braucht, steht bei den Sheltern im Themenbereich Zelt, Tarp & Biwak.

Es gibt keine Knotennorm — und das ist in Ordnung

Für Gebrauchsknoten gibt es keine DIN, keine ISO, keine Prüfvorschrift. Welche fünf man lernt, ist eine Frage des Handwerks und der Gewohnheit. Die Auswahl hier folgt vier Kriterien:

  1. Hält unter Zug und rutscht nicht.
  2. Geht danach wieder auf, auch wenn er belastet war und nass wurde.
  3. Wenige Handgriffe, damit er mit klammen Fingern geht.
  4. Erkennbar richtig oder falsch gebunden — kein Knoten, bei dem eine vertauschte Schlaufe unauffällig zum Versager wird.

Die fünf Knoten im Einzelnen

Mastwurf (Webeleinstek): Leine an eine Stange oder einen Baum

Zwei gleichsinnige Schlingen um das Objekt legen, die zweite über die erste schieben, festziehen. Hält quer zum Objekt gut, wandert unter wechselndem Zug etwas. Vorteil: schnell, lässt sich unter Last nachjustieren. Verwendung: Firstleine am Baum beginnen, Leine an einer Zeltstange, Absperrung.

Zwei halbe Schläge: Leine an einen Fixpunkt, der Zug bekommt

Das Seil um das Objekt führen, dann zweimal denselben halben Schlag um das stehende Teil legen. Zieht sich unter Last fest, hält zuverlässig, geht nach dem Entlasten wieder auf. Der Allerwelts­knoten für „Leine muss irgendwo festgemacht werden und darf sich zuziehen”.

Fuhrmannsknoten (Spannschlaufe): Abspannung straffziehen

Der einzige der fünf, der etwas kann, was Ziehen von Hand nicht schafft.

  1. In die Leine eine feste Schlaufe legen (z. B. als Auge mit einem halben Schlag).
  2. Das freie Ende um den Hering oder Fixpunkt führen und zurück durch die Schlaufe fädeln.
  3. Am freien Ende ziehen — die Schlaufe wirkt als Umlenkung, man zieht mit etwa der dreifachen Kraft.
  4. Die erreichte Spannung mit zwei halben Schlägen unterhalb der Schlaufe sichern.

Das Ergebnis ist ein Tarp, das im Wind nicht flattert. Zum Abbauen die halben Schläge lösen, die Umlenkung gibt nach.

Palstek (Bowline): eine feste Schlaufe, die sich nicht zuzieht

Eine kleine Schlaufe ins stehende Seil legen, das Ende von unten durchführen, um das stehende Seil herum und wieder zurück in die Schlaufe („das Kaninchen kommt aus dem Bau, um den Baum, zurück in den Bau”). Die entstehende große Schlaufe bleibt gleich groß, egal wie stark man zieht. Verwendung: Firstleine als feste Schlinge um einen Baum, Griffschlaufe, einen Sack an eine Leine hängen.

Slipstek (auf Slip gelegter Schlag): der schnell lösbare Abschluss

Jeder der obigen Abschlüsse lässt sich „auf Slip” legen: Statt das Ende ganz durchzuziehen, schiebt man eine Bucht (eine Schlaufe des Endes) durch. Ein Zug am losen Ende löst den ganzen Knoten. Verwendung: die Tarp-Abspannung, die man morgens im Regen schnell weg haben will; die Wäscheleine; alles, was man oft öffnet.

Ein Wort zur Seilschwächung

Jeder Knoten biegt das Seil scharf und schwächt es dort — je nach Knoten um 20 bis 50 Prozent. Für eine Abspannleine oder eine Wäscheleine ist das ohne Bedeutung. Für alles Tragende gilt: Das ist der Grund, warum es in der Sicherungstechnik geprüfte Knoten und Bruchlastangaben gibt und warum diese fünf dort nichts zu suchen haben.

Wohin die offene Seite des Tarps zeigt, entscheidet der Wind — die Zeichen dafür stehen in Wetterumschwung erkennen. Die abgespannte Konstruktion selbst — Tarp, Firstleine, Abspannwinkel — steht in Tarp statt Zelt: wann das funktioniert. Warum eine mitgebrachte, abgespannte Plane rechtlich einfacher ist als ein Unterstand aus Ästen vom Waldboden, zeigt Tarp statt Astbau: warum das Material den Unterschied macht; die Orientierung zurück zum Weg in Eine Richtung peilen und ihr folgen; und die Tagesplanung, in die das Lageraufschlagen eingebettet ist, rechnet der Tourenzeit-Rechner über die verbleibende Gehzeit mit.