Das Klima-Michel-Modell (VDI, 1998) ist das Wärmehaushaltsmodell, mit dem der Deutsche Wetterdienst die Gefühlte Temperatur berechnet. Es beruht auf der Behaglichkeitsgleichung nach Fanger (1972) und ergänzt sie um Korrekturterme, die die Ergebnisse eines komplexeren Energiebilanzmodells nach Gagge (1986) über Parametrisierungen einbinden.

Der Name. „Michel“ steht für einen Standardmenschen. Das Modell liefert eine Aussage über das durchschnittliche subjektive Empfinden, nicht über eine bestimmte Person — der DWD weist ausdrücklich darauf hin, dass die Reaktion des Individuums davon abweichen kann.

Was es leistet: eine realistischere Einschätzung besonders bei feucht-warmen Bedingungen, aber auch im Kalten, als sie allein aus Lufttemperatur und Wind möglich wäre. Die wissenschaftliche Grundlage steht bei Staiger, Laschewski und Grätz, International Journal of Biometeorology 56, 2012, S. 165–176.

Was es nicht leistet: eine nachrechenbare Zahl. Eine geschlossene Gleichung veröffentlicht der DWD nicht — Einzelheiten in Gefühlte Temperatur und Windchill.