Die Gefühlte Temperatur vergleicht die tatsächlich vorgefundenen Bedingungen mit der Temperatur, die in einer Standardumgebung herrschen müsste, um dasselbe Temperaturempfinden auszulösen. Der Deutsche Wetterdienst berechnet sie mit dem Klima-Michel-Modell.
Sechs Größen gehen ein: Lufttemperatur, Windgeschwindigkeit, Wasserdampfdruck, mittlere Strahlungstemperatur, metabolische Rate und Wärmeisolation der Bekleidung. Die Bekleidung wird dabei zwischen sommerlich leichter und winterlich dicker so variiert, dass sich der Mensch nach Möglichkeit behaglich fühlt.
Sie ist nicht der Windchill. Der Windchill beschreibt die Auskühlung einer unbedeckten Hautstelle im Wind und ist als Gleichung veröffentlicht; die Gefühlte Temperatur beschreibt die Beanspruchung des ganzen Wärmehaushalts und wird ohne veröffentlichte Formel ausgegeben. Der Unterschied im Einzelnen steht in Gefühlte Temperatur und Windchill.
Die Skala reicht in neun Stufen von über 38 °C („sehr heiß“) bis unter −39 °C („sehr kalt“); der behagliche Bereich liegt zwischen 0 und 20 °C.