Der Windchill ist eine äquivalente Temperatur: diejenige Lufttemperatur, die bei Bezugsbedingungen denselben Wärmestrom an unbedeckter Gesichtshaut erzeugen würde wie die tatsächliche Kombination aus Lufttemperatur und Wind. Die heute gültige Fassung wurde im November 2001 gemeinsam vom US National Weather Service und von Environment and Climate Change Canada eingeführt.
Die metrische Formel lautet W = 13,12 + 0,6215 · T − 11,37 · v0,16 + 0,3965 · T · v0,16, mit T in Grad Celsius und v in Kilometern je Stunde, gemessen in 10 Metern Höhe.
Was er beschreibt: die windzugewandte Seite eines Zylinders von 18 Zentimetern Durchmesser, gemessen an einer Stelle, die 50 Grad zur Windrichtung liegt und damit der Wangenmitte entspricht. Das Modell nimmt an, dass die Person mit 1,34 Metern je Sekunde gegen den Wind geht, und rechnet mit klarem Nachthimmel ohne Sonne.
Was er nicht beschreibt: den bekleideten Körper — und keine Temperatur, die irgendwo erreicht wird. Bei −20 °C Luft und einem Windchill von −30 kühlen Gegenstände draußen auf −20 °C ab, nicht auf −30 °C.
Die vollständige Herleitung samt aller Annahmen steht in Windchill: was die gefühlte Temperatur sagt; eigene Werte lassen sich im Kältebelastungs-Rechner einsetzen.