Die Borg-Skala erfasst, wie anstrengend sich eine Belastung anfühlt. In Untersuchungen erscheint sie meist unter der englischen Bezeichnung Rating of Perceived Exertion (RPE). Die befragte Person ordnet ihre Anstrengung selbst einem Skalenwert zu.

Warum sie beim Stockgebrauch besonders aufschlussreich ist: Sie weicht dort vom objektiven Befund ab. Bei Knight und Caldwell 2000 lag die Herzfrequenz mit Stöcken höher als ohne — 113,5 gegenüber 107 Schlägen je Minute — das Anstrengungsempfinden auf der Borg-Skala dagegen niedriger, 10,8 gegenüber 11,6. Die Übersicht von Saller und Kollegen 2023 hält denselben Befund allgemein fest: Der Sauerstoffverbrauch steigt mit Stöcken, ohne dass das Anstrengungsempfinden zunimmt.

Was das erklärt: Das Anstrengungsgefühl hängt stark an der lokalen Beanspruchung der Beinmuskulatur. Sinkt die, fällt das Urteil milder aus — auch wenn der Kreislauf mehr arbeitet.

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