Ein Tourniquet ist ein Gerät, mit dem eine Gliedmaße oberhalb einer Verletzung abgebunden wird, um eine lebensbedrohliche Blutung zu stoppen.
Wem die Leitlinie es zuordnet: Die ERC-Leitlinien 2025 nennen Erste-Hilfe-Sets an Arbeitsplätzen mit hohem Risiko lebensbedrohlicher Blutungen und führen dabei ausdrücklich Forst und Bau an. Für Einsätze bei extremem Wetter im Freien nennt dieselbe Leitlinie eine andere Liste, in der kein Tourniquet steht.
Die Beleglage nennt die Leitlinie in beide Richtungen: 29 neue Studien mit geringerer Krankenhaussterblichkeit und seltenerem Schock — und eine systematische Übersicht mit Metaanalyse von 2025, die für präklinisch angelegte Tourniquets keine signifikante Senkung der Sterblichkeit fand. Neuere Untersuchungen aus der Ukraine haben Bedenken wegen vermeidbarer Folgeschäden durch zu lange Anlagedauer aufgeworfen.
Handelsüblich statt improvisiert: Nach den in der Leitlinie berichteten Daten ließen sich handelsübliche Tourniquets einfacher anlegen und erreichten einen besseren arteriellen Verschluss als improvisierte.
Mehr dazu in Tourniquet und blutstillende Auflage.