Eine genähte Naht ist eine Reihe von Löchern im Gewebe. Die Nahtabdichtung schließt sie — entweder durch ein aufgeschweißtes Nahtband oder durch einen flüssigen Nahtdichter.
Nahtband wird werkseitig mit Hitze und Druck aufgebracht. Es haftet auf Polyurethanbeschichtungen; auf beidseitig silikonisiertem Gewebe haftet es nicht, weil eine silikonisierte Oberfläche einem Kleber nichts bietet, woran er sich festhalten kann.
Flüssiger Nahtdichter wird nachträglich aufgetragen und gibt es in zwei Sorten, die nicht austauschbar sind: silikonbasiert für silikonbeschichtete Gewebe, polyurethanbasiert für alles Übrige. Gear Aid gibt für die polyurethanbasierte Variante eine Aushärtezeit von acht bis zehn Stunden an und weist darauf hin, dass viele als silikonbehandelt verkaufte Gewebe die Silikonbeschichtung nur außen tragen und innen eine Polyurethanbeschichtung haben.
Nur eine Seite ist nötig. Derselbe Hersteller hält fest, dass nicht beide Seiten abgedichtet werden müssen; der Auftrag von innen sei überwiegend eine optische Entscheidung.
Eine gelöste Nahtabdichtung ist ein reparabler Befund — anders als Hydrolyse oder Delamination. Welches Mittel wohin gehört, steht in Löcher flicken: welcher Kleber auf welches Material.