Mehrwegeausbreitung (englisch multipath) bezeichnet den Empfang desselben Satellitensignals über mehr als einen Weg: einmal direkt und zusätzlich als Reflexion an einer Felswand, einer Hausfassade oder einer nassen Steilflanke.

Der reflektierte Weg ist länger. Wertet der Empfänger ihn mit aus, hält er den Satelliten für weiter entfernt, als er ist — und die berechnete Position verschiebt sich. Anders als Empfängerrauschen wirkt die Mehrwegeausbreitung systematisch: Sie zieht die Position in eine bestimmte Richtung, statt sie streuen zu lassen.

Sie ist aus den Leistungszusagen ausgenommen. Der GPS Standard Positioning Service Performance Standard führt sie in Abschnitt 2.4.5 unter den ausgeschlossenen Fehlern auf; Galileo und BeiDou schließen dieselben Beiträge zusammenfassend aus. Damit gilt keine Genauigkeitszusage dort, wo dieser Fehler entsteht.

Was daraus praktisch folgt, steht in Wald, Schlucht, Fels.