Ein Doppelwandzelt ist nach der Begriffsnorm ISO 7152 schlicht ein Zelt, bei dem ein Außenzelt fester Bestandteil ist. Ein Einwandzelt ist eines ohne Außenzelt. Die Norm sagt kein Wort über Kondens oder Wärme — nur über die Zahl der Lagen.
Der verbreitete Irrtum: Die zweite Wand verhindere Kondenswasser. Sie tut es nicht. Die abgegebene Feuchtemenge hängt an Personenzahl, Temperatur und Luftwechsel, nicht an der Zahl der Gewebelagen, und die kalte Außenbahn bleibt kalt.
Was sie tatsächlich tut: Sie verlagert den Ort. Das Innenzelt ist luftdurchlässig — es ist keine Dampfsperre, sondern ein Sieb. Der Wasserdampf zieht hindurch und kondensiert an der kälteren Fläche dahinter, also am Außenzelt. Zwischen dir und dem Wasser bleibt eine Trennschicht. Das ist ein echter Vorteil, aber ein anderer als der beworbene.
Der Preis ist die zweite Gewebelage: Gewicht, Packmaß und mehr Fläche, die getrocknet werden muss. Ob sich das lohnt, hängt an Nächtezahl und Wetter — die Abwägung steht in Einwand oder Doppelwand, die Rechnung im Kondens-Rechner.