Die meisten schauen vor der Tour auf ein Wettersymbol und eine Höchsttemperatur. Für eine Wanderung sind das die beiden unwichtigsten Angaben. Dieser Artikel sagt, worauf es stattdessen ankommt.

Er gehört zum Themenbereich Technik & Skills und ergänzt Wolken lesen und Wetterumschwung erkennen um den Teil, der am Schreibtisch passiert.

Die richtige Vorhersage für den richtigen Ort

Ein Wetterbericht bezieht sich auf einen Ort und eine Höhe. Der Standard-Ortsbericht meint das Tal. Am Gipfel ist es kälter, meist windiger, und die Wolkenbasis liegt vielleicht schon unter dem Gipfel.

Der Deutsche Wetterdienst hat dafür eigene Produkte:

  • Bergwetter- und Tourenwetterberichte für die Mittelgebirge und die Alpen, mit Angaben zu Wolkenuntergrenze, Nullgradgrenze, Wind in verschiedenen Höhen und Gewitterneigung.
  • Amtliche Wetterwarnungen in vier Stufen — dazu der Themenbereich Sicherheit draußen und Warnungen empfangen.

Was man aus dem Bericht herausliest

In dieser Reihenfolge:

  1. Warnungen zuerst. Gibt es eine amtliche Warnung für die Region und den Zeitraum? Wenn ja, welche Stufe und welches Ereignis (Gewitter, Sturm, Starkregen, Glätte)?
  2. Die zeitliche Entwicklung. Wann kommt die Verschlechterung? Ein „ab 15 Uhr Schauer und Gewitter” macht aus einer entspannten Tour eine, bei der man um 13 Uhr am Gipfel und um 15 Uhr im Wald sein muss.
  3. Der Wind in Gipfelhöhe. 60 km/h auf einem ausgesetzten Grat sind eine andere Tour als 20 km/h. Der Talwert steht dafür nicht.
  4. Wolkenuntergrenze und Nullgradgrenze. Sagt, ob man im Nebel geht und ob oben Nassschnee oder Eis liegt.
  5. Erst dann Temperatur und Symbol.

Wahrscheinlichkeit richtig verstehen

„30 % Niederschlagswahrscheinlichkeit” heißt: An 3 von 10 Tagen mit vergleichbarer Wetterlage regnet es an diesem Ort im genannten Zeitraum mindestens einmal messbar. Es heißt nicht, dass es 30 % der Zeit regnet oder dass 30 % der Fläche betroffen sind. Für die Planung: Unter etwa 20 % plant man ohne Regenrücklage, ab etwa 60 % mit.

Mehrere Quellen, ein Bild

Verschiedene Wettermodelle rechnen verschieden. Wenn zwei unabhängige Vorhersagen (z. B. der DWD und ein zweiter nationaler Dienst) dasselbe sagen, ist die Aussage belastbarer. Weichen sie stark ab, ist die Lage unsicher — dann plant man die Tour mit mehr Reserve und einer klaren Umkehrzeit. Die Gehzeit bis dahin liefert der Tourenzeit-Rechner.