Die Frage wird meistens als Geschmacks- und Preisfrage geführt. Das ist sie auch — aber die interessantere Hälfte der Antwort ist eine Rechnung, und sie fällt anders aus, als die Werbung beider Lager nahelegt.

Denn im Beutel sind beide trocken. Der Unterschied entsteht erst abends, wenn Wasser dazukommt.

Beim Trockengewicht trennt sie wenig

Eine gefriergetrocknete Fertigmahlzeit liegt bei rund 18,2 Kilojoule je Gramm, trockener Couscous bei rund 15,0.

Energiedichte im Beutel, gerechnet aus angenommenen Nährstoffanteilen mit den Faktoren aus Anhang XIV der VO (EU) Nr. 1169/2011
ArtFettKohlenhydrateEiweißkJ/g
Gefriergetrocknete Fertigmahlzeit18 g50 g18 g18,2
Couscous, Nudeln, Reis (trocken)2 g72 g12 g15,0

Der Abstand bei der Energiedichte kommt fast vollständig aus dem Fettanteil — Fett trägt 37 Kilojoule je Gramm, Kohlenhydrate 17. Und genau daran lässt sich bei der selbst gemischten Variante schrauben: Zwanzig Gramm Öl in den Couscous heben die Energiedichte der Portion spürbar an, weil Öl mit

37,0

Kilojoule je Gramm die Obergrenze markiert. Warum diese Obergrenze existiert, steht in 37 Kilojoule je Gramm.

Bei einer Fertigmahlzeit ist die Zusammensetzung dagegen festgelegt. Das ist ihr Nachteil und zugleich ihre Bequemlichkeit.

Der Unterschied, den niemand einrechnet: das Wasser

Jede rehydrierte Mahlzeit braucht rund einen halben Liter Wasser — und dieser halbe Liter kostet Zeit, Aufbereitung und Brennstoff.

Was ein halber Liter Aufgusswasser kostet

Nutzenergie
188 kJ 0,5 kg × 4,18 kJ/(kg·K) × 90 K
Bei 45 Prozent Wirkungsgrad
rund 9 g Gas gerechnet mit dem Heizwert einer Trekkingmischung
Aufbereitung
ein halber Liter mehr gefiltert, entkeimt oder abgekocht — je nach Verfahren
Beschaffung
muss an der Wasserstelle vorhanden sein bei Trockenlagern der begrenzende Faktor

Fundstelle: Eigene Rechnung; Wärmekapazität von Wasser 4,18 kJ/(kg·K)

Das gilt für beide Varianten gleichermaßen — deshalb ist es kein Argument für die eine oder andere. Es ist ein Argument dafür, den Wasserbedarf beim Planen mitzurechnen, und zwar getrennt vom Trinkwasser. Wie das geht, steht in Wie viel Wasser du zwischen zwei Quellen trägst; der Brennstoff- und Wasserbedarfsrechner führt Kochwasser und Trinkwasser als getrennte Posten.

Wo die beiden Wege wirklich auseinandergehen

Gefriergetrocknete Fertigmahlzeit

Wenig Zeit am Abend, wenig Wasser zum Spülen, feste Portionsgrößen.

Stärken
  • Zubereitung im Beutel — kein Topf zu spülen, kein Spülwasser nötig
  • kurze Quellzeit und damit kurze Brennerlaufzeit
  • Portionsgröße und Nährwerte stehen auf der Packung, die Planung ist exakt
Schwächen
  • Zusammensetzung nicht veränderbar, Energiedichte nicht anhebbar
  • Verpackungsgewicht von zwanzig bis dreißig Gramm je Portion, das mitgetragen wird
  • deutlich teurer je Kilojoule

Selbst gemischt

Längere Touren, eigene Vorlieben, Wunsch nach hoher Energiedichte.

Stärken
  • Energiedichte über den Fettanteil gezielt steuerbar
  • Portionsgrößen frei wählbar, kein Verpackungsüberschuss
  • erheblich günstiger je Kilojoule
Schwächen
  • braucht einen Topf und damit Spülwasser
  • längere Kochzeit bei Nudeln und Reis, also mehr Brennstoff
  • Nährwerte müssen selbst zusammengerechnet werden

Der Punkt, der in Vergleichen regelmäßig fehlt, steht in der ersten Spalte oben: Beutelzubereitung spart Spülwasser. Wer im Topf kocht, braucht danach Wasser zum Ausspülen — an einem Platz ohne Quelle ist das kein Nebenaspekt.

Umgekehrt ist die Kochzeit ein realer Brennstoffposten. Couscous quellt ohne Weiterkochen, Nudeln nicht. Wer Nudeln kocht, verbrennt genau die Energie, die in Vom Liter Wasser zum Gramm Gas als teuerster Fehler beschrieben ist — Verdampfen kostet rund das Sechsfache des Aufheizens.

Eine Mischform, die beide Nachteile umgeht

Trockene Zutaten in einen Gefrierbeutel vorportionieren und darin aufgießen.

Das kombiniert die Steuerbarkeit der Selbstmischung mit der Beutelzubereitung: kein Topf zu spülen, keine Verpackung des Herstellers, Fettanteil frei wählbar. Als Zutaten eignen sich alle, die quellen statt zu kochen — Couscous, Instant-Kartoffeln, feine Haferflocken, Sojaschnetzel, Milchpulver.

Zwei Einschränkungen gehören dazu: Der Beutel muss heißes Wasser vertragen, und die Zutaten müssen ohne Weiterkochen fertig werden. Wer das prüft, spart Brennstoff, Spülwasser und Verpackungsgewicht auf einmal.

Was auf der Packung wirklich zählt

Zwei Angaben, und beide stehen dort verpflichtend.

Das Trockengewicht, nicht das Zubereitungsgewicht. Manche Packungen nennen die Portionsgröße nach dem Aufgießen. Das ist die Zahl, die im Rucksack nicht wiegt.

Der Brennwert je 100 Gramm. Geteilt durch 100 ergibt er die Energiedichte in Kilojoule je Gramm — die einzige Zahl, mit der sich zwei Produkte vergleichen lassen. Weil jede Nährwerttabelle in der Europäischen Union nach Anhang XIV der Lebensmittel-Informationsverordnung gerechnet ist, sind diese Angaben unmittelbar vergleichbar.

Wie sich daraus ein Vier-Tage-Plan bauen lässt, steht in Vier Tage Verpflegung; was ohne Kühlung überhaupt so lange hält, in Was vier Tage ohne Kühlung übersteht. Die Einordnung steht im Themenbereich Verpflegung.