Auf einer Vier-Tage-Tour gibt es keine Kühlung. Das schränkt die Auswahl ein — und zwar entlang derselben Größe, die auch über das Packgewicht entscheidet: dem Wassergehalt.

Das ist ein glücklicher Zufall der Planung. Wer die Verpflegung nach Energiedichte zusammenstellt, hat die Haltbarkeitsfrage zum großen Teil nebenbei gelöst.

Warum Wasser die gemeinsame Größe ist

Mikroorganismen brauchen verfügbares Wasser, und Trocknen ist deshalb das älteste Konservierungsverfahren überhaupt.

Das ist kein Rezept und keine Sicherheitszusage — es ist die Beobachtung, die hinter dem Trocknen, Dörren und Gefriertrocknen steht. Ein Lebensmittel, dem das Wasser entzogen wurde, ist deshalb in aller Regel dasselbe Lebensmittel, das auch die höchste Energiedichte hat.

Angenommener Wasseranteil und Energiedichte, nach Wassergehalt sortiert — Rechenannahmen dieser Seite
GruppeWasseranteilkJ/gfür 13 000 kJ
Pflanzenöl0 %37,0351 g
Dunkle Schokolade1 %22,0592 g
Nüsse und Nussmus5 %26,3494 g
Gefriergetrocknete Fertigmahlzeit5 %18,2714 g
Müsli- und Energieriegel10 %17,1760 g
Couscous, Nudeln, Reis (trocken)11 %15,0866 g
Trockenobst20 %11,71.107 g
Hartkäse36 %15,9820 g
Nassmahlzeit in Dose oder Beutel72 %5,32.462 g

Die Sortierung nach Wassergehalt ergibt fast dieselbe Reihenfolge wie die Sortierung nach Energiedichte. Die eine Ausnahme steht oben: Pflanzenöl hat null Prozent Wasser und die höchste Energiedichte — es hat aber eine ganz andere Grenze, dazu unten mehr. Die vollständige Rechnung hinter der Tabelle steht in 37 Kilojoule je Gramm.

Was die Packung sagt und was sie nicht sagt

Das Mindesthaltbarkeitsdatum gilt für ungeöffnete Ware unter den dort genannten Lagerbedingungen — beide Bedingungen sind auf Tour selten erfüllt.

Das ist der praktisch wichtigste Satz dieses Artikels. Eine ungeöffnete Packung Couscous im Schrank ist etwas anderes als dieselbe Packung, halb aufgebraucht, im warmen Rucksack. Das Datum auf der Packung sagt über den zweiten Fall nichts.

Ein Verbrauchsdatum — „zu verbrauchen bis“ — ist dagegen keine Qualitätsangabe, sondern eine Grenze. Lebensmittel mit Verbrauchsdatum sind für eine Tour ohne Kühlung von vornherein die falsche Wahl.

Die zweite Grenze: Fett wird ranzig

Trockene, fettreiche Lebensmittel haben eine Haltbarkeitsgrenze, die nichts mit Wasser und nichts mit Keimen zu tun hat.

Fett oxidiert. Wärme, Licht und Luft beschleunigen den Vorgang, und das Ergebnis schmeckt, bevor es sich anders bemerkbar macht. Betroffen sind ausgerechnet die Gruppen mit der höchsten Energiedichte: Nüsse, Nussmus, Öl.

Für vier Tage ist das kein Thema. Für die Vorratshaltung zwischen zwei Touren ist es eines — Nüsse, die seit dem letzten Sommer im Rucksack liegen, sind der klassische Fall. Wer Verpflegung vorportioniert und lagert, lagert sie dunkel und kühl, nicht im Auto.

Was in der Praxis vier Tage übersteht

Vier Gruppen, geordnet nach dem, was ihre Haltbarkeit trägt.

Trockenware. Couscous, Nudeln, Reis, Haferflocken, Milchpulver, Sojaschnetzel, Trockenobst. Der unproblematische Kern jeder Tourenverpflegung — wenig Wasser, kein Fett, das schnell umschlägt.

Gefriergetrocknete Fertigmahlzeiten. Sie sind für genau diesen Zweck gebaut und tragen ihre Angaben auf der Packung. Der Abwägung gegen selbst gemischte Verpflegung geht Gefriergetrocknet gegen selbst gemischt nach.

Fettreiches Trockenes. Nüsse, Schokolade, Riegel. Haltbar über die Tourlänge, mit zwei praktischen Einschränkungen: Schokolade schmilzt über etwa dreißig Grad, und Fett wird über Monate ranzig.

Hartkäse und luftgetrocknete Wurst. Die Gruppe, bei der Haltbarkeit mit Gewicht bezahlt wird: Hartkäse trägt nach der Rechenannahme dieser Seite rund 36 Prozent Wasser und braucht deshalb 820 g für 13 000 Kilojoule. Am ersten Abend ist das der beste Posten im Rucksack, am vierten Tag der teuerste.

Was zu Hause bleibt

Alles mit Verbrauchsdatum, alles Frische und alles, was gekühlt gehört.

Frisches Gemüse ist der Posten, der beim Packen am häufigsten mitwandert und am wenigsten leistet: Es besteht fast vollständig aus Wasser, liefert kaum Energie und hält am schlechtesten. Eine Paprika wiegt zweihundert Gramm und trägt weniger Energie als ein Riegel von fünfzig.

Das ist kein Verbot — der erste Abend einer Tour verträgt frische Zutaten gut, weil sie ohnehin sofort verbraucht werden. Aber sie gehören in die Planung des ersten Tages, nicht in die des vierten.

Wie sich die Tagesration aufbauen lässt, steht in Vier Tage Verpflegung; die Einordnung im Themenbereich Verpflegung. Wie viel Brennstoff und Wasser die geplante Verpflegung braucht, rechnet der Brennstoff- und Wasserbedarfsrechner aus.