Die übliche Verpflegungsplanung geht so: Man legt in den Rucksack, was einem einfällt, wiegt am Ende und erschrickt. Die umgekehrte Reihenfolge dauert zehn Minuten und liefert eine Zahl, mit der sich einkaufen lässt.

Sie hat drei Schritte. Der erste ist eine Annahme, der zweite eine Division, der dritte eine Aufteilung.

Schritt eins: die Energiemenge festlegen

Das ist der einzige Schritt, für den es keine belastbare Zahl gibt — und deshalb der einzige, den jeder für sich setzen muss.

Diese Seite baut bewusst keinen Kalorienverbrauchs-Rechner. Wie viel Energie jemand beim Gehen umsetzt, hängt an Körpergewicht, Gepäck, Steigung, Tempo und Untergrund; dafür gibt es im deutschsprachigen Netz bereits reichlich Rechner, und ein weiterer würde nichts hinzufügen. Was fehlt, ist die Gegenrichtung: aus einer Energiemenge ein Gewicht zu machen.

Planungsspanne dieser Seite für die Tagesenergie — eine Rechengrundlage, keine Bedarfsermittlung
TourprofilkJ je Person und Tagentspricht
Tagestouren, leichtes Gepäck10.0002.390 kcal
Mehrtagestour mit mittlerem Gepäck13.0003.107 kcal
lange Etappen, schweres Gepäck, Kälte16.0003.824 kcal

Wer seine eigene Zahl kennt, setzt sie ein. Wer keine hat, nimmt die mittlere und korrigiert nach der ersten Tour — das ist ohnehin die einzige Methode, die auf Dauer funktioniert.

Schritt zwei: durch die Energiedichte teilen

Energiemenge geteilt durch die Energiedichte in Kilojoule je Gramm ergibt Gramm. Das ist die ganze Rechnung.

Packgewicht bei 13 000 kJ je Person und Tag, für vier Tage
PackweiseEnergiedichteje Person und Tag1 Person, 4 Tage2 Personen, 4 Tage
mit Konserven und Frischware8 kJ/g1.625 g6,50 kg13,00 kg
gemischt, teils trocken14 kJ/g929 g3,71 kg7,43 kg
durchgehend trocken, mit Fettzugabe20 kJ/g650 g2,60 kg5,20 kg

Der Unterschied zwischen der ersten und der letzten Zeile beträgt für zwei Personen rund 7,8 Kilogramm. Das ist mehr, als Zelt, Schlafsack und Isomatte beider Personen zusammen wiegen — und es hängt an keiner einzigen Ausrüstungsentscheidung, sondern nur daran, wie viel Wasser man mitschleppt. Warum das so ist, steht in 37 Kilojoule je Gramm.

Schritt drei: den Tag aufteilen

Nicht in drei Mahlzeiten, sondern in vier Posten — und der größte ist der, der nebenbei gegessen wird.

Angenommene Aufteilung eines Tages bei 13 000 kJ und durchgehend trockener Verpflegung mit rund 20 kJ/g
PostenAnteilkJGewichttypisch
Frühstück25 %3.250163 gHaferflocken mit Milchpulver, Nüssen und Trockenobst
Unterwegs35 %4.550228 gRiegel, Nüsse, Schokolade, Käse — über den Tag verteilt
Abendessen35 %4.550228 gCouscous oder Nudeln mit Öl, dazu etwas Eiweiß
Heißgetränke5 %65033 gTee, Kaffee, Suppe mit Zucker oder Milchpulver

Die Aufteilung ist eine Rechenannahme, aber die Reihenfolge ist es nicht: Auf einer Gehtour wird der größte Teil der Energie unterwegs aufgenommen, nicht am Tisch. Wer die Tagesration nach Mahlzeiten packt und für unterwegs „noch ein paar Riegel“ einsteckt, hat die Aufteilung falsch herum.

Praktisch heißt das: Die Tagesration wird pro Tag in einen Beutel gepackt, nicht pro Mahlzeit. Dann sieht man am Abend, ob man im Plan liegt — und am dritten Tag, ob der Plan gestimmt hat.

Die Reserve, die begründet ist

Ein zusätzlicher halber Tag ist eine Zahl. „Lieber etwas mehr“ ist keine.

Der Unterschied ist nicht kosmetisch. Ein halber Tag bei zwei Personen und trockener Packweise sind rund 650 g — überschaubar, begründbar, nachrechenbar. „Etwas mehr“ ist in der Praxis regelmäßig ein Kilogramm, das vier Tage lang getragen und am Ende wieder ausgepackt wird.

Wofür die Reserve da ist, entscheidet ihre Zusammensetzung: Für einen verlorenen Tag braucht es eine vollständige Tagesration, für eine verlängerte Etappe reichen zwei Riegel und ein Beutel Suppe.

Was beim Einkauf tatsächlich hilft

Drei Prüfungen, die sich am Regal in Sekunden machen lassen.

Brennwert je 100 Gramm durch 100 teilen. Ergibt Kilojoule je Gramm. Alles über 15 ist für eine Mehrtagestour brauchbar, alles unter 8 ist überwiegend Wasser.

Nach dem Fettanteil schauen. Er ist der einzige Nährstoff, der die Energiedichte wirklich hebt — 37 gegen 17 Kilojoule je Gramm. Deshalb sind Nüsse mit rund 26,3 kJ/g dichter als Trockenobst mit rund 11,7.

Das Verpackungsgewicht mitzählen. Bei Fertigmahlzeiten im Beutel sind zwanzig bis dreißig Gramm Verpackung je Portion nicht ungewöhnlich; über vier Tage und zwei Personen sind das rund zweihundert Gramm, die nichts liefern. Umpacken in Gefrierbeutel spart das — und macht den Müll kleiner, der ohnehin mitgetragen wird.

Wie sich gefriergetrocknete Mahlzeiten gegen selbst gemischte schlagen, steht in Gefriergetrocknet gegen selbst gemischt; was ohne Kühlung überhaupt vier Tage übersteht, in Was vier Tage ohne Kühlung übersteht. Die Einordnung steht im Themenbereich Verpflegung, und der Brennstoff- und Wasserbedarfsrechner rechnet Verpflegung, Brennstoff und Wasser in einem Durchgang.