Spindrift ist feiner Schnee, den der Wind von der Oberfläche aufnimmt und waagerecht transportiert. Er fällt nicht von oben, sondern zieht seitlich — bei Wind kann es also am Zelt „schneien“, obwohl keine Wolke am Himmel steht.
Warum er ein Problem ist: Spindrift verhält sich annähernd wie eine Flüssigkeit. Er findet jede Öffnung, sammelt sich in der Apside, unter dem Überzelt, in offenen Lüftern und in nach oben offenen Taschen. Über eine Nacht wird daraus eine Schicht, die beim Einpacken mitgeht — Gewicht, das in keiner Packliste steht.
Der zweite Effekt: Eine zugewehte Lüftungsöffnung ist keine Lüftungsöffnung mehr. Wer abends bei ruhigem Wetter aufbaut und nachts Wind bekommt, hat morgens möglicherweise ein dicht verschlossenes Zelt — mit den Folgen, die Kondenswasser im Zelt beschreibt.
Was dagegen hilft, sind vor allem Bauartmerkmale: geschlossene Apsiden, tief liegende Lüfter, Schneelappen am Überzeltrand. Wer sein vorhandenes Zelt mitnimmt, begrenzt den Effekt über die Aufstellrichtung und über eine Windschutzmauer aus Schnee.
Ausführlich, samt Verankerung und Untergrund, steht das in Lager auf Schnee.