Wo man auf einer Mehrtagestour schläft, ist keine reine Komfortfrage. Die fünf Optionen unterscheiden sich in Gewicht, Wetterschutz — und vor allem in der Rechtslage, die in Deutschland fast immer gegen das freie Zelten steht.
Die fünf Optionen
Zelt
Der Standard: geschlossener Raum, Wetterschutz, Insektenschutz, überall aufstellbar, wo es erlaubt ist.
- Schutz vor Regen, Wind und Insekten
- Privatsphäre
- funktioniert bei fast jedem Wetter
- Schwerste Option, 1 bis 2,5 kg
- braucht eine ebene Fläche
- rechtlich in Deutschland meist nicht erlaubt in freier Natur
Tarp
Leichte Wetterreserve ohne geschlossenen Raum, für Regionen mit wenig Wind und wenig Mücken.
- Sehr leicht, oft unter 500 g
- viel Luft, wenig Kondens
- flexibel aufzubauen
- kein Boden, kein Insektenschutz
- bei Sturm und Schlagregen an der Grenze
- Aufbau will geübt sein
Biwaksack
Die minimalste Lösung: nur ein wasserabweisender Sack um den Schlafsack, für kurze Touren bei stabilem Wetter.
- Leichteste und kleinste Option
- in Sekunden einsatzbereit
- unauffällig
- viel Kondenswasser
- kein Sitzraum, kein Wetterschutz beim Kochen
- psychologisch für viele die härteste Variante
Dazu kommen die beiden Formen, die keine eigene Ausrüstung brauchen:
- Berghütte: Wetterschutz, oft Verpflegung, meist Reservierungspflicht. Kein Zelt nötig, aber ein Hüttenschlafsack. Die schwerste Ausrüstung bleibt zu Hause.
- Trekkingplatz: Ausgewiesene Stellplätze in der Natur, meist mit Anmeldung, oft mit Feuerstelle und Komposttoilette. Der rechtlich saubere Weg, im Zelt in der Landschaft zu übernachten.
Die Rechtslage
Zwei Punkte sind für die Tourenplanung wichtig:
- Freies Zelten ist in der freien Natur überwiegend nicht erlaubt. Die Vorschrift für das eigene Bundesland zeigt die Rechtslage-Matrix.
- Biwakieren ohne Zelt fällt vielerorts in eine Grauzone, weil die Landesvorschriften am Wort „Zelt“ hängen. Das ist keine Erlaubnis — das Schutzgebietsrecht, die Grenzen des Betretungsrechts und das Hausrecht gelten unabhängig davon.
Wie das legale Draußenschlafen über Trekkingplätze, Biwakplätze, Hütten und Sonderregelungen organisiert ist, steht in Wie legales Draußenschlafen organisiert ist.
Schlafsack und Matte zur Unterkunft passen
Welche Kombination aus Schlafsack und Isomatte die erwartete Nacht trägt, hängt nicht nur von der Temperatur ab, sondern auch vom Untergrund und von der Unterkunft. Im Biwaksack unter freiem Himmel strahlt mehr Wärme ab als im geschlossenen Zelt, und die Kälte kommt fast immer von unten — von der Matte, nicht vom Schlafsack.
Der Schlafsystem-Rechner rechnet Außentemperatur, Untergrund und Unterkunft zusammen und nennt die nötige Komforttemperatur und den nötigen R-Wert. Die Grundlagen stehen in den Themenbereichen Schlafsack und Zelt.
Das Gewicht der Entscheidung
Die Unterkunft ist neben Rucksack und Schlafsack einer der schwersten Posten. Wer auf Hütten geht, spart mehr als ein Kilo; wer vom Zelt aufs Tarp wechselt, noch einmal fast ein Kilo — gegen weniger Wetterreserve. Wie sich das ins Gesamtgepäck einfügt, steht in Wie schwer der Rucksack für mehrere Tage wird, und wie die Unterkunft in die Etappenplanung eingeht, in Etappen planen: Gehzeit, Höhenmeter und Gepäck zusammen. Die Einordnung des Themas steht im Themenbereich Trekking.