Die erste Mehrtagestour ist die, auf der am meisten überflüssiges Gewicht mitkommt — nicht aus Nachlässigkeit, sondern aus Unsicherheit. Dieser Artikel listet auf, was verlässlich zu Hause bleiben kann.

Was ungenutzt mitgetragen wird

  • Wechselkleidung, mehrfach. Auf einer Trekkingtour trägt man tagsüber dieselbe Kleidung — sie trocknet am Körper oder über Nacht am Zelt. Nötig sind: ein Wechsel-Shirt, Ersatzsocken und eine konsequente Trennung zwischen nasser Tageskleidung und trockener Schlafkleidung. Eine ganze zweite Garnitur ist Gewicht ohne Zweck.
  • Der zweite Kocher „für den Notfall“. Ein Kocher, ein Topf, ein Löffel je Person. Wenn der Kocher ausfällt, gibt es kaltes Essen — unangenehm, aber kein Grund für 400 Gramm Redundanz. Was in der Küchenausrüstung sonst zu Hause bleiben kann, steht in Was du nicht brauchst: Küchenausrüstung, die zu Hause bleiben kann.
  • Campingstuhl und aufblasbares Kissen. Zusammen ein halbes bis ein Kilo. Ein Kleidersack mit der Wechselkleidung ist ein brauchbares Kissen, ein Stein oder ein Baumstamm eine Sitzgelegenheit.
  • Die große Powerbank. Für drei bis vier Tage mit sparsam genutztem Handy (Flugmodus, Karte nur bei Bedarf) reicht eine kleine. Wer navigiert, spart mehr durch eine Papierkarte als durch mehr Akku.
  • Bücher, Ferngläser, Kameraausrüstung „falls“. Ein Gegenstand pro Kategorie, und nur, wenn er auf der letzten Tour tatsächlich benutzt wurde.

Wo Sparen der falsche Weg wäre

Drei Dinge bleiben, auch wenn der Rucksack schwer ist:

  1. Die Regenjacke. Auf einer Mehrtagestour ist Nässe von außen die Gefahr, die man nicht abtrocknen kann.
  2. Die Isomatte mit ausreichendem R-Wert. Die kalte Nacht kommt von unten, nicht vom Schlafsack. Eine zu dünne Matte spart 200 Gramm und kostet den Schlaf — und damit den nächsten Tag.
  3. Die Reserveration. Essen für einen zusätzlichen Tag, das nicht angerührt wird. Details in Verpflegung für mehrere Tage: nach Gewicht statt nach Rezept.

Der beste Test

Eine Nacht im Garten oder auf einem nahen Trekkingplatz — mit der kompletten Ausrüstung, so wie sie auf die Tour käme. Danach weiß man, was fehlt (meist eine Kleinigkeit) und was ungenutzt blieb (meist mehr, als man dachte). Der Packlisten- und Basisgewichts-Manager hält das Ergebnis fest.

Dieselbe Logik für die Tagestour steht in Was du für die Tagestour nicht brauchst, die allgemeine Fassung in Was du nicht brauchst: der klassische Ausrüstungs-Ballast. Die Einordnung des Themas steht im Themenbereich Trekking.