Die Outdoor-Küche ist der Bereich, in dem sich am leichtesten Gewicht streichen lässt — nicht weil die Teile schwer wären, sondern weil viele von ihnen eine Aufgabe erfüllen, die auf einer Vier-Tage-Tour gar nicht anfällt.

Diese Liste ist deshalb kein Verzichtsappell. Sie ist eine Prüfliste mit einer einzigen Frage je Posten: Welche Aufgabe erfüllt dieses Teil, und tritt diese Aufgabe auf dieser Tour überhaupt auf? Was bleibt, bleibt aus einem Grund.

Der zweite Topf

Er lohnt sich, wenn zwei Gerichte gleichzeitig kochen sollen — sonst nicht.

Wer nacheinander kocht, braucht keinen zweiten Topf, sondern zwei Minuten mehr Zeit. Der Fall, in dem ein zweiter Topf trägt, ist real, aber schmal: mehrere Personen, getrennte Gerichte, wenig Zeit. Bei zwei Personen mit einem Eintopf ist er totes Gewicht — und er kostet obendrein Brennstoff, weil zwei Töpfe zweimal aufgeheizt werden müssen.

Die Tasse neben dem Topf

Sie ist überflüssig, sobald der Topf klein genug ist, um daraus zu essen.

Ein Topf mit anderthalb Litern Inhalt ist ein Topf. Ein Topf mit siebenhundert Millilitern ist Topf, Teller und Tasse in einem. Die zweite Bauart macht die Ausrüstung nicht nur leichter, sondern auch schneller: weniger Abwasch, weniger Wasser, weniger Zeit im Regen.

Das Besteckset mit Messer, Gabel, Löffel

Ein Löffel reicht für fast alles, was auf einer Tour gekocht wird.

Die Gabel ist bei Nudeln bequem und sonst überflüssig. Das Besteckmesser ist bei Käse und Wurst nützlich — und wird von dem Messer erledigt, das ohnehin mit dabei ist. Wer Besteck als Set kauft, trägt zwei Teile, um bei einem davon fünf Sekunden zu sparen.

Die Espressokanne, die French Press, der Faltfilter

Kaffeezubereitung ist der Bereich mit dem größten Abstand zwischen Anspruch und Notwendigkeit.

Das ist ausdrücklich kein Argument gegen guten Kaffee: Wenn der Morgen an einer Espressokanne hängt, ist sie ihr Gewicht wert, und das entscheidet niemand anders. Nur sollte die Entscheidung bewusst fallen. Eine Espressokanne für zwei Tassen wiegt mehr als der Kocher, mit dem sie betrieben wird.

Der Faltkanister als Zweitbehälter

Er ist sinnvoll am Lagerplatz und sinnlos auf der Etappe.

Wer abends Wasser holt und für Kochen, Trinken und Frühstück etwas vorrätig haben will, hat für einen Faltkanister eine echte Aufgabe. Wer ihn tagsüber leer im Rucksack trägt, hat ihn für den einen Abend dabei, an dem die Quelle weiter weg ist als gedacht. Wie viel Wasser zwischen zwei Quellen tatsächlich gebraucht wird, rechnet der Brennstoff- und Wasserbedarfsrechner aus.

Das Schneidbrett und die Gewürzmühle

Sie gehören zu einer Küche, in der geschnitten und gewürzt wird — auf einer Vier-Tage-Tour wird selten geschnitten.

Frisches Gemüse ist auf mehrtägigen Touren die Ausnahme, weil es fast nur aus Wasser besteht und damit Gewicht ohne Energie ist. Wer trocken plant, hat nichts zu schneiden. Gewürze reisen in einer kleinen Dose, nicht in einer Mühle.

Der Topflappen und das Geschirrtuch

Beides ersetzt ein Buff, ein Ärmel oder der Boden des Packsacks.

Das ist der klassische Fall eines Teils, das eine Aufgabe hat, die ein anderes Teil schon erfüllt. Solche Posten fallen beim Packen nie auf, weil jeder für sich fast nichts wiegt — sie fallen erst auf, wenn man sie zusammen wiegt. Das Verfahren dafür steht in Basisgewicht, getragenes Gewicht, Verbrauchsgüter.

Die Reserve-Kartusche, die keine ist

Drei angebrochene Kartuschen sind weniger nutzbares Gas als das, was ihre Füllgewichte zusammen versprechen.

Wer angebrochene Kartuschen sammelt und „für alle Fälle“ mitnimmt, trägt Stahl. Jede angebrochene Kartusche hat außerdem ihren Propananteil zu einem Teil schon verloren und ist damit kälteempfindlicher als eine volle — der Effekt ist gerechnet in Warum die Gaskartusche bei Kälte nachlässt.

Besser ist eine gerechnete Menge plus ein ausgewiesener Aufschlag. Wer den Bedarf kennt, braucht keine Reserve aus Unsicherheit.

Was auf der Liste bleibt

Vier Teile, die sich jeweils mit einem Satz begründen lassen.

Windschutz. Der einzige Posten, der sich rechnerisch selbst trägt: Er wirkt auf denselben Faktor, mit dem der Wind in die Brennstoffrechnung eingeht, und wiegt weniger, als er an Gas spart.

Deckel. Siehe oben — das Sechsfache des Aufheizens.

Feuerzeug plus ein zweites Zündmittel. Nicht wegen des Gewichts, sondern weil der Ausfall eines einzelnen Feuerzeugs sonst die ganze Verpflegungsplanung umwirft.

Ein Topf, ein Löffel, eine Trinkflasche. Der Rest ist Ausstattung, keine Ausrüstung.

Und die eine Entscheidung, die alles andere schlägt

Gar nicht zu kochen spart mehr als jede Materialoptimierung — Kocher, Kartusche, Topf, Löffel, Windschutz und das gesamte Kochwasser auf einmal.

Für eine Zwei-Tage-Tour im Sommer ist das eine ernsthafte Option: Brot, Käse, Nüsse, Trockenobst. Für vier Tage bei acht Grad ist es keine, weil eine warme Mahlzeit am Abend mehr leistet als ihr Gewicht. Wo genau die Grenze liegt, hängt an der Energiedichte der Verpflegung — die Rechnung dazu steht in Kilojoule je Gramm.

Die Einordnung aller Entscheidungen rund um den Kocher steht im Themenbereich Kocher und Brennstoff.