Die Frage „lohnt sich das?“ wird meistens mit einem Preis beantwortet. Der Preis ist aber nur einer von drei Posten, und er ist nicht einmal der wichtigste. Dieser Artikel zeigt die Rechnung, die dahinter steckt — damit sie mit den eigenen Zahlen nachvollziehbar wird.

Warum hier keine Preise stehen

Preise altern schneller als jeder Artikel. Eine Zahl, die heute stimmt, steht in zwei Jahren falsch auf derselben Seite — und niemand merkt es. Deshalb steht in diesem Text keine einzige Preisangabe. Die Rechnung dagegen altert nicht: Sie bleibt richtig, egal was etwas kostet.

Die Zahlen gehören ins Werkzeug Kosten je Nacht, wo sie überschrieben werden können und wo dabei sichtbar bleibt, dass die Startwerte Setzungen sind und keine Erhebung.

Die drei Posten

Erstens die Abschreibung. Die Anschaffung abzüglich dessen, was am Ende noch zu erlösen ist, geteilt durch die Zahl der Nächte, die in dieser Zeit zusammenkommen. Das ist der Posten, den die Zahl der Nächte bestimmt — nicht der Preis.

Zweitens die Platzgebühr. Sie fällt je Nacht an und ist für alle Übernachtungsformen gleich, solange derselbe Platz angefahren wird. Deshalb verschiebt sie den Vergleich zwischen den Formen nicht; sie hebt nur alle Zeilen gleichmäßig an. Interessant wird sie erst, wenn eine Form ohne Platz auskommt — und ob das geht, ist eine Rechtsfrage, keine Kostenfrage: Im Auto übernachten: was die StVO regelt und was nicht.

Drittens der Kraftstoff, den der Aufbau zusätzlich kostet. Er wirkt an jedem gefahrenen Kilometer, auch an denen, an denen niemand im Aufbau schläft. Warum für diesen Posten keine belastbare Zahl existiert und wie man die eigene misst, steht in Der Mehrverbrauch, den niemand gemessen hat.

Der Hebel ist die Zahl der Nächte

Hier liegt der eigentliche Befund. Zwanzig Nächte im Jahr über zehn Jahre sind zweihundert Nächte; fünf Nächte im Jahr über dieselben zehn Jahre sind fünfzig. Dieselbe Anschaffung kostet je Nacht das Vierfache — ohne dass sich am Preis etwas geändert hätte.

Amortisation gibt es seltener, als man denkt

Eine teurere Form holt eine günstigere nur dann ein, wenn sie im laufenden Betrieb billiger ist. Genau das ist beim Fahrzeug-Camping meistens nicht der Fall: Der Dachaufbau ist in der Anschaffung teurer als ein Bodenzelt und er kostet zusätzlichen Kraftstoff. Beide Posten zeigen in dieselbe Richtung.

Damit gibt es keinen Break-even. Das Werkzeug gibt in diesem Fall keine Zahl aus, sondern sagt, dass es keine gibt — was ehrlicher ist als eine Amortisationsdauer, die nur durch das Weglassen des Betriebs zustande kommt.

Das ist kein Argument gegen ein Dachzelt. Es ist ein Argument dagegen, es mit Wirtschaftlichkeit zu begründen. Wer eines will, will es wegen der Aufbauzeit, wegen des trockenen Untergrunds oder weil das Fahrzeug ohnehin der Ausgangspunkt ist — nicht, weil es sich rechnet.

Was diese Rechnung bewusst nicht enthält

  • Wertverlust, Versicherung, Steuer und Wartung des Fahrzeugs selbst. Wer das Fahrzeug ohnehin besitzt, hat diese Kosten mit oder ohne Übernachtung.
  • Die wiederkehrende Prüfung der Flüssiggasanlage nach § 60 StVZO. Sie fällt nur bei Fahrzeugen mit Gasanlage an und alle 24 Monate, nicht je Nacht: Gas im Fahrzeug: was § 60 StVZO verlangt.
  • Die Anreise, die man ohnehin gefahren wäre. In der Rechnung steht nur der zusätzliche Kraftstoff des Aufbaus, nicht der ganze Weg.
  • Reparaturen und Ersatz. Sie treten unregelmäßig auf; sie über die Nächte zu verteilen würde eine Genauigkeit vortäuschen, die nicht da ist.

Wie man die eigene Zahl bekommt

Vier Eingaben reichen: die Zahl der Nächte je Jahr, die Anschaffung, die Nutzungsdauer und der eigene Mehrverbrauch. Alles andere ergibt sich. Das Werkzeug Kosten je Nacht rechnet die sechs Formen nebeneinander und prüft zugleich, ob die jeweilige Form überhaupt in die Zuladung passt — die Zahl dafür steht in Zuladung: was dein Fahrzeug wirklich noch trägt.

Wer nach dieser Rechnung zu dem Schluss kommt, dass sich die Anschaffung nicht lohnt, findet die Gegenprobe in Was du fürs Fahrzeug-Camping nicht brauchst; den Überblick über die Formen gibt Mit dem Fahrzeug draußen schlafen.

FAQ

Warum wird linear abgeschrieben und nicht nach Marktwert?

Weil eine lineare Abschreibung ohne zusätzliche Annahmen auskommt. Jede Wertkurve wäre eine weitere Schätzung — und eine, die den Vergleich zwischen den Formen nicht verändert, solange sie für alle gleich angesetzt wird.

Ist eine Nacht auf dem Campingplatz nicht ohnehin billiger als ein Hotel?

Das ist ein anderer Vergleich, und er wird schnell schief: Ein Hotel hat keine Anschaffung und keine Nutzungsdauer. Wer so rechnet, rechnet eine Ausrüstung gegen eine Dienstleistung.