Die Wassersäule ist kein Materialkennwert, sondern ein Prüfergebnis. Das Verfahren steht in ISO 811: Eine Gewebeprobe wird einseitig einem stetig steigenden Wasserdruck ausgesetzt, und notiert wird der Druck, bei dem an der dritten Stelle Wasser durchtritt — nicht an der ersten.
Einheit: Die Zeltnorm ISO 5912:2020 rechnet in Pascal, der Handel in Millimetern Wassersäule. Beides ist dieselbe Größe; die Umrechnung steht als Anmerkung in Tabelle 2 der Norm: 1 Pa entspricht 0,101 971 62 mm Wassersäule.
Was die Norm verlangt: Für das beschichtete Außenzelt je nach Kategorie und Leistungsstufe 15.000 bis 30.000 Pa, also rund 1.530 bis 3.060 mm. Für den Zeltboden bis zu 50.000 Pa, weil dort Auflagedruck wirkt — ein knieender Erwachsener erzeugt rechnerisch rund 6.000 mm.
Und die Grenze, die ISO 811 selbst nennt: Das Ergebnis gilt für Erzeugnisse, die kurze oder mäßig lange Zeit unter Wasserdruck stehen. Eine durchregnete Nacht ist keine kurze Zeit. Auch die Wassertemperatur ist nicht festgelegt — 20 °C und 27 °C sind zulässig, und die höhere liefert niedrigere Werte. Was von innen kommt, misst sie ohnehin nicht: dafür der Kondens-Rechner.