Silnylon ist kein eigener Werkstoff, sondern eine Kombination: ein Trägergewebe aus Polyamid (im Handel Nylon) mit beidseitig eingebrachter Silikonbeschichtung. Das Silikon dringt in die Fasern ein, macht das Gewebe wasserdicht und erhöht dabei die Reißfestigkeit.

Die Stärke: Polyamid hat von den gängigen Zeltfasern das beste Verhältnis von Reißfestigkeit zu Gewicht. Silikon altert zudem langsamer als Polyurethan und hydrolysiert nicht — es zersetzt sich also nicht durch Feuchtigkeit.

Die Schwäche: Polyamid bindet deutlich mehr Wasser als Polyester. Die Verordnung (EU) Nr. 1007/2011 setzt in Anhang IX für Polyamid-Filament einen vereinbarten Zuschlag von 5,75 Prozent an, für Polyester nur 1,5 Prozent. Eine Faser, die Wasser einlagert, dehnt sich — deshalb hängt ein Silnylon-Zelt bei Regen durch und muss nachgespannt werden.

Und eine Bauartfolge, die überrascht: Auf beidseitig silikonisiertem Gewebe hält kein Nahtband. Solche Nähte lassen sich nur mit flüssigem Nahtdichter auf Silikonbasis versiegeln. Mehr dazu in Zeltmaterialien: Nylon, Polyester, DCF.