Das Packvolumen ist das Fassungsvermögen eines Rucksacks in Litern. Anders als oft behauptet gibt es dafür eine Prüfmethode: ASTM F2153-07(2018), Standard Test Method for Measurement of Backpack Capacity, erstmals 2001 herausgegeben.

Die Methode kennt zwei Werte, nicht einen: eine Kapazität ohne und eine mit ausgezogener Erweiterung. Die Modellbezeichnung „60+10“ bildet genau diese Unterscheidung ab — bei einer einzelnen Zahl bleibt offen, welche der beiden gemeint ist.

Sie schließt Bereiche aus, die nicht vollständig von Stoff umschlossen sind. Abschnitt 1.3 nennt ausdrücklich Netztaschen, Flaschenhalter und Kompressionstaschen. Zwei Rucksäcke mit derselben Literangabe können deshalb in der Praxis unterschiedlich viel schlucken.

Unter 4 Litern ist sie nicht anwendbar (Abschnitt 1.4). Und sie ist freiwillig: Keiner der vier für den Themenbereich geprüften Hersteller nennt auf seinen Beratungsseiten ein Prüfverfahren für die eigene Volumenangabe. Die Einzelheiten stehen in Liter auf dem Etikett.