Eine Oozyste ist die widerstandsfähige Dauerform bestimmter einzelliger Parasiten in der Umwelt. Bei Cryptosporidium heißt sie Oozyste, bei Giardia Zyste. In dieser Form übersteht der Erreger Bedingungen, an denen Bakterien scheitern.
Warum das für die Verfahrenswahl zählt: Chemische Entkeimungsmittel kommen gegen sie nicht an. Das WHO Harmonized Testing Protocol prüft chemische Desinfektionsmittel ohne besonderen Nachweis gar nicht erst gegen Cryptosporidium und begrenzt sie damit auf einen Stern. Das Umweltbundesamt hielt schon 1999 fest, dass zugelassene Zusatzstoffe Dauerformen von Parasiten nicht mit hinreichender Sicherheit abtöten.
Was gegen sie wirkt: Mechanische Filter — die Oozyste ist mit 3 bis 5 Mikrometern die größte der drei Keimklassen. Ebenso UV-Bestrahlung: Das WHO-Protokoll nennt 3 bis 4 log-Stufen schon bei 10 Millijoule je Quadratzentimeter. Und Hitze: Nach dem WHO-Kurzpapier zum Abkochen werden Cryptosporidium-parvum-Oozysten oberhalb von 70 Grad Celsius in unter einer Minute inaktiviert.
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