Die Rucksacklähmung (englisch backpack palsy) bezeichnet eine Schädigung des Armnervengeflechts durch anhaltenden Druck der Schulterträger. Sie äußert sich in Taubheit, Kribbeln oder Kraftverlust in Arm und Hand.
Die Fachliteratur beschreibt sie als anerkannt, aber selten. Ein Fallbericht in der European Journal of Paediatric Neurology aus dem Jahr 2016 schildert eine Fünfzehnjährige mit einer Schädigung der Nervenwurzeln C5 bis C7, die sich nach sechs Monaten Physiotherapie vollständig zurückbildete. Häufiger beschrieben ist sie bei militärischer Ausbildung mit schweren Lasten.
Die Abgrenzung zum harmlosen Fall ist zeitlich. Kurzes Einschlafen der Finger, das nach dem Absetzen in Minuten verschwindet, ist ein Hinweis auf zu straffe oder falsch geführte Träger. Taubheit oder Kraftverlust, die bestehen bleiben oder wiederkehren, gehören ärztlich abgeklärt.
Dieser Eintrag gibt keine Behandlungshinweise. Was sich zur Führung der Schulterträger sagen lässt und welche Stelle auf welche Ursache zeigt, steht in Wenn der Rucksack drückt: Schulter, Nacken, Hüfte, taube Finger.